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Über Bastian Asmus

Bild B. Asmus Nach einer Kunstgiesserausbildung in Nürnberg, habe ich ein Jahr in Wien zugebracht und dort als Geselle in der Kunstgiesserei Zöttl, u.a. für Alfred Hrdlicka gegossen. Ich bin nach Wien gegangen um meine Erfahrungen im Stückformverfahren, einem speziellen Sandformverfahren zu vertiefen. Nach dieser sehr soliden Handwerksausbildung entschloss ich mich zu einem Studium der Ur- und Frühgeschichte in Tübingen, um den Brozegiessern und ihrem Handwerk auf den Grund zu gehen. In dieser Zeit begann ich Rekonstruktionen von archäologischen Werkzeugen der Urnenfelderzeit anzufertigen. Aufträge für den neu gegründeten Freilichtbereich des Federseemuseums, Bad Buchau, des Heuneburgmuseums, sowie des Pfahlbaumuseums kamen hinzu. Nach der Zwischenprüfung verliess ich Deutschland, um in Südafrika, am von Conny Meister und mir gegründeten Cederberg Rock Art Survey Project zu arbeiten. In den drei Jahren in Kapstadt entwickelten wir u.a. die Felskunst-Multimedia CD The Mantis, the Eland and the Hunter von uns für das Clanwilliam Living Landscape Project. Während ich an meiner MSc Thesis über südafrikanische Felskunst arbeitete, nutzte ich meine freie Zeit um mich in den gängigsten Goldschmiedetechniken auszubilden. Im Dezember 2003 wurde ich graduiert.
Zwischen 2003 und 2005 habe ich mich intensiv mit der Schnittstelle Laie-Wissenschaftler auseinandergesetzt und in vielen Kursen, Seminaren und Aktionen wertvolle Erfahrungen gemacht. Seit Ende 2005 promoviere und arbeite ich am University College of London (UCL) über die hochmittelalterliche Kupferverhüttung im Harz, in Zusammenarbeit mit der Aussenstelle Montanarchauml;ologie Harz des niedersächsichen Landesdenkmalamtes.

Lebenslauf

1993 Abitur Bastian Asmus
1994 Beginn der Ausbildung zum Kunstgiesser in der Kunstgiesserei Lenz, Nürnberg
1996 Gesellenprüfung
1996 - 1997 Weiterbildung im Stückformverfahren (spezielles Natursand Formverfahren), Gesellenzeit, Zöttl Kunstguss, Wien
1997 Studium der Ur- und Frühgeschichte, Anthropologie und Geologie an der Eberhard Karls Universität, Tübingen
seit 1999 Archäometallurgische Rekonstruktionen, Museumspädagogik und archäologische Experimente
seit 1999 Gründung des Cederberg Rock Art Survey Project mit Conny Meister und erste Kampagne in Südafrika
2000 Wechsel an die University of Cape Town (UCT)
2001 - 2003 Zwei weitere Felskunstsurveys, Entwicklung der Felskunst Multimedia CD, The Mantis, the Eland and the Hunter für das Clanwilliam Living Landscape Project  
2003 Graduierung zum Master of Science in Archaeology im Rahmen der südafrikanischen Felskunstforschung  
seit 1999 Zahlreiche Vorführungen, Aktionen, Seminare und Rekonstruktionen rund um die prähistorische Metallurgie, im speziellen Gusstechnologie  
seit 09/2005 Doktorand der Archäometrie/Archäometallurgie am Institute of Archaeology an University College of London  

Meine Motivation

Bild B. AsmusObwohl ich mit den Objekten der Vergangenheit arbeite, geht es mir doch um weit mehr als nur um diese Objekte. Ich will die Objekte zum Sprechen bringen und versuchen einen Blick auf die Menschen zu werfen, die diese Gegenstände herstellten. Ich verstehe die Archäologie nicht als "Lehre der alten Dinge", sondern vielmehr als die Geschichte der menschlichen Kreativität. Mit Kreativität meine ich jedoch weit mehr als die allgemein anerkannten bildenden Künste. Jegliche Lösung eines Problems, die das Individuum meistert, stellt eine kreative Eigenleistung dar. Dabei ist es unwichtig ob man nach neuen Ausdrucksformen der Kunst sucht, oder überlegt wie man einen Motor ohne die passenden Ersatzteile repariert. Der Mensch, der im Laufe seiner Entwicklung stets mit neuen unerwarteten Schwierigkeiten und Problemen konfrontiert wurde, konnte diese nur aufgrund seiner Kreativität lösen. Dabei wird tradiertes Wissen modifiziert und u.U. mit persönlicher Erfahrung kombiniert um neuen Anforderungen gerecht zu werden.
Am Ausgangspunkt für meine archäologische Arbeit steht der Handwerksberuf des Kunstgiessers. Diese Basis erlaubt mir, anhand von Beobachtung und Experimenten, dem Herstellungsprozess von archäologischen Gegenständen auf die Spur zu kommen. Natürlich kann auf diese Weise nur eine Möglichkeit aufgezeigt werden; ein Beweis ob das betreffende Stück tatsächlich auf die gleiche Weise hergestellt wurde kann nicht erfolgen. Wenn jedoch die äussere Erscheinung, die Abfallprodukte, und die archäometrische Untersuchungen der Rekonstruktion mit denen, der Originale übereinstimmen, so ist das ein guter Anhaltspunkt für die Art und Weise der originalen Herstellung.

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