Modelle, Formen und Verfahren
Das Giessen von flüssigen Metallen in eine Form ist eine
der schnellsten und effektivsten Techniken um einen
gewünschten Gegenstand herzustellen. Die Giesserei
unterscheidet ihre Methoden nach der Art und Weise, wie die
Giessformen hergestellt werden. Grundsätzlich kann man
in
verlorene Formen oder
Dauerformen giessen.
Ich möchte hier aber erst mal ein paar Begriffe
klären.
Verlorene Formen sind solche, die nach dem
Guss zerstört werden,
Dauerformen
solche, die man mehrere Male ausgiessen kann. Verlorene
Formen benötigen ein Modell, Dauerformen nicht.
Ein
Modell ist ein Gegenstand der genau so
aussieht, wie derjenige Gegenstand den man sich in Metall
giessen möchte.
Als
Form bezeichnet man das
dreidimensionale Negativ eines Modells. Durch Füllen der
Form entsteht das
Gussstück , auch
Rohguss oder
Gussrohling
genannt.
Eine
Model ist eine Vorrichtung in der auf
vergleichsweise einfache Art und Weise Modelle für die
Giesserei hergestellt werden können.
Im allgemeinen werden verlorene Formen mit dem
Wachsausschmelzverfahren gleichgesetzt.
Dies ist genau genommen nicht richtig, da auch beim
Sandformverfahren die Form nach dem Guss
zerschlagen werden muss. Das Wachsausschmelzverfahren
müsste deshalb Verfahren mit verlorenem Modell heissen,
da das Wachsmodell beim Brennen der Form schmilzt und
ausfliesst. Das Modell für den Sandguss ist
wiederverwendbar und wird schon beim Formenbau entnommen.
Obwohl beide Formen nach dem Guss zerschlagen werden um den
Guss zu entformen, haben diese beiden Verfahren sehr
spezifische Vor- und Nachteile. Zum einen muss beim
Wachsausschmelzverfahren nicht nur die Form, sondern auch das
Modell für jeden Gussvorgang erneut hergestellt werden.
Das Sandgussverfahren nutzt im Gegenzug, gewissermassen ein
"Dauer-Modell", dass aus Holz, Stein, Metall oder
ähnlichem besteht und beliebig oft wiederverwendet
werden kann.
Für Dauerformen wird kein Modell benötigt, da das
Negativ des Gussstücks in das Formmaterial eigearbeitet
wird. Im Falle von
Sandstein- oder
Specksteinformen , lässt sich das mit bronzenen
Werkzeugen relativ leicht bewerkstelligen. Allerdings
erfordert es einige Übung, alles seitenverkehrt zu
machen.
Metallene Dauerformen sind
bedeutend aufwendiger umzusetzen und bedürfen einiges an
handwerklichem Geschick um sie vernünftig zu fertigen.
Es ist auch noch immer in der Diskussion, inwieweit die
Metallformen auch tatsächlich für den Bronzeguss
Verwendung fanden. Immerhin haben Experimente gezeigt, dass
Güsse in metallenen Dauerformen zum Erfolg führen,
dennoch ist der Aufwand für deren Herstellung sehr gross
im Vergleich zum ohnehin schon grossen Aufwand bei der
Steinformherstellung. Ein möglicher anderer Einsatzzweck
wäre die Modellherstellung für das
Wachsausschmelzverfahren.
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Rechte liegen beim Autor ∴ letzte Änderung: Thursday, 29-Jul-2010 22:45:37 CEST
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