Der Sandguss, genau genommen
das Natursand-Formverfahren
lässt sich bis in das 17. Jahrhundert zurück
verfolgen. Dieses spezielle Formverfahren, dass heute nur
noch wenige Betriebe im deutschsprachigen Raum beherrschen,
wurde aufgrund des hohen Arbeitsaufwandes durch das
Wachsausschmelzverfahren abgelöst. Es gibt heutzutage
eine grosse Anzahl moderner Sandgussverfahren, die alle auf
dem gleichen Prinzip beruhen. Grundsätzlich haben sich
nur die Bindemittel für den Formsand geändert. Wo
früher der natürlich vorkommende Ton das
Bindemittel für den Formsand war, sind es heutzutage
Bentonit (das Tonmineral Montmorillonit), Wasserglas, Furan-,
Phenolharze und dgl.
Natursand Formverfahren
Diese Seite will jedoch das Natursand-Formverfahren
erläutern. Da der Sand alleine nicht ausreicht um Formen
zu bauen, benötigt man noch einige weitere Hilfsmittel.
Das wichtigste wäre wohl der Formkasten. Dies ist heute
in der Regel ein zweiteiliger, profilierter Stahlrahmen, der
über sog. Schl–sser verfügt, um ein
genaues Aufeinanderpassen der beiden Hälften zu
gewährleisten. Da der Sand feucht sein muss um ihn in
den Formkasten zu verdichten, benötigt man noch einen
Trockenofen. Warum hält der Sand? Der Formsand hält
zusammen, weil er in einem geringen Anteil Ton als
Bindemittel enthält (8-15%). Sand den man in der Hand
zusammendrücken, etwa einen halben Meter in die Luft
wirft, und danach als Ganzes wieder auffangen kann, weist
genügend Bindekraft auf um als Formsand zu
funktionieren. Natürlich gibt es noch andere Kriterien,
wie Bildsamkeit, Luftdurchlässigkeit, und
Feuerfestigkeit. Feiner Quarzsand, genau genommen Grobschluff
(für die Bodenkundler), erfüllt alle Anforderungen
an einen guten Formsand, sofern er einen Tongehalt von etwa
12% aufweist. Mit einem Feuchtigkeitsanteil zwischen 3,5% und
6% steht dem Formen nun nichts mehr im Wege. |
Formen, Modelle & Co
Am besten eignen sich einfache Modelle ohne
Hinterschneidungen für den Sandguss.
Diese lassen sich
derart in die falsche Formhälfte eingraben, so dass eine
sorgenfreie Formteilung angelegt werden kann. Was ist denn
nun bitte die Formteilung? Die Formteilung ist die Linie
entlang des Modells an dem die Form geteilt wird. Will man
beispielsweise eine Kugel formen, liegt die Formteilung
entlang des Äquators, da auf diese Weise in keiner
Formhälfte ein Hinterschneidung auftritt, die das
Entformen des Modells verhindern würde. Nachdem man das
Modell zur Hälfte eingegraben hat, legt man die zweite
Kastenhälfte auf und verdichtet den Sand über dem
Modell. Die beiden Hälften werden zusammen umgedreht und
die falsche Hälfte abgehoben. Die falsche Hälfte
wird ausgeschlagen, der Kasten aufgesetzt und mit Sand
aufgefüllt und verdichtet. Nun kann man die Hälfte
wiederum abnehmen und das Modell ziehen. Die Form ist nun
soweit fertig. Es fehlen bloss noch die Anschnitte. Das
Einguss- und Entlüftungssystem heisst Anschnitt, da
dieses mit der Lanzette in den Formsand geschnitten wird.
Nach dem Trocknen, wobei die Hälften einzeln getrocknet
werden, wird die Form zusammengelegt und abgegossen. Das
Gussstück kann man nur entformen indem man den Kasten
ausschlägt. Was geschieht mit einer komplizierten Form?
Lässt sich diese auch in einer Sandform giessen? Erfahren Sie mehr
|